Bericht: Daniel Megert, Fotos: Krystyna Akrman, Elisabeth Vogt, Daniel Megert
Die illustre Pantherwander-3-Sterneschar stieg pünktlich in Bern in die SBB ein. Ab Fribourg gesellten sich drei weitere «Graue» derselben Spezies dazu. Damit war die Wandergruppe – abzüglich eines kurzfristig erkrankten Mitglieds – komplett und auf dem Weg nach Lausanne. Heinz mit Stellvertreter Arnold hatten die Zugsreservationen ordnungsgemäss vorgenommen. Alles schien perfekt organisiert für einen erfolgreichen Tag.
Doch dann kam anders, als geplant.
Der maschinelle und der Fleischcomputer legten der perfekten Vorbereitung einen Strich durch die Rechnung.
Die Reise beginnt:
Umsteigezeit in Lausanne zum Zug nach Vevey: gerade mal 5 Minuten – zwar auf demselben Perron
Unser reserviertes Abteil: erster Wagen, Oberdeck, im IC1-Doppelzug
IC1 hatte 5 Minuten Verspätung in Lausanne
Theoretische Umsteigezeit in Vevey: 0 Minuten!
Das freundliche Zugpersonal versuchte alles, um uns die geplante Weiterfahrt ab Lausanne zu ermöglichen. Bei geplanter Ankunft in Vevey betrug die Umsteigezeit von Perron 3 auf Perron 7 gerade mal 3 Minuten – für 17 Senioren theoretisch unmöglich.
Könnt ihr euch vorstellen, was nötig war, damit wir diese Bahnreise zum Zielort Lally dank der innovativen Intelligenz der Wanderpanther und ein wenig «Train-Surfing» erfolgreich absolvierten?
«Kleine Erklärung für Unwissende: Train-Surfing (oder Zug-Surfen) bezeichnet normalerweise das extrem gefährliche und meist illegale Mitfahren auf einem fahrenden Zug – auf dem Dach, an der Seite oder zwischen den Waggons. In unserem Fall surften wir jedoch im Zuginneren – von Abteil zu Abteil, von Perron zu Perron, mit Tempo und Kreativität!»
Die Antwort: Die 3-Sterne-Wanderung begann bereits in den Zügen. Die dabei zurückgelegte «erwanderte» Strecke betrug rund 10 Kilometer (Zeit × Geschwindigkeit). Wie genau wir das geschafft haben, ist Stoff für Kamingespräche und «Geschichten, die das Leben schreibt».
Ankunft in Lally:
Die Wanderung begann pünktlich mit der Begrüssung durch Heinz. Er informierte uns über den Verlauf der abgeänderten 3-Sterne-Strecke und er freute sich mit uns, dass wir alle den Startpunkt erreicht und das Zugsabenteuer heil überstanden hatten.
Die Narzissen standen noch nicht in voller Blüte – nur Knospen waren zu sehen. Die Witterung war angenehm, doch die Fernsicht zunächst nebelverhangen. Das verbesserte sich im Laufe des Tages (siehe Bilder).
Nach knapp 200 Höhenmetern erreichten wir den höchsten Punkt in «Les Pléiades», unserem Mittagsrastplatz. Die Mehrheit gönnte sich im gleichnamigen Bergrestaurant ein köstliches Mahl, während andere am Planetenweg ihr Picknick bei aufklarendem Himmel genossen.
Weiter geht’s:
Erst 100 Höhenmeter abwärts, dann durch das Hochmoor auf einem Holzsteg – geschützt vor der fleischfressenden, roten Schlauchpflanze und dem sumpfigen Untergrund. Danach nochmals 200 schweisstreibende Höhenmeter aufwärts. Die Rundwanderung endete nach weiteren 100 Höhenmetern abwärts wieder in Lally.
Das Wandererlebnis endete mit etwas weniger «Äktschen» als die Bahnfahrt, dafür in einem wunderschönen Naturgebiet. Das versprochene weisse Blumenmeer wird wahrscheinlich erst in einer weiteren Woche zu bewundern sein.
Diese erlebten Momente lassen sich in einem Bericht kaum vollständig wiedergeben. Ein unvergesslicher Tag für jeden der 17 Teilnehmer. Die Rückfahrt verlief ohne weitere Abenteuer.
Zurückgelegte Wanderstrecke (ohne Zugsurfen) 9 km, auf/ab 430 hm
Danke, Heinz und Arnold!
PS: Diese Wanderung stand bereits letztes Jahr auf dem Programm der Grauen Panther. Sie musste damals abgesagt werden. Heinz hatte sie zusammen mit mir ins Programm gesetzt.
