Bericht von Züsi Widmer / Dorothea Trachsel, Bilder von Christiane Bracher
Jean-Pierre Guenter weiss an sich nicht, sagte er, wie er auf diesen Wald als Wanderung kam. Ein Wald, der als solcher eine eigene, nicht politische Gemeinde ist, ohne Dorf, ohne Bewohner, (ausser den Tieren des Waldes), mit Fahrverbot für alle Vehikel. Der Förster, Thomas Oberon, ist zugleich der Gemeindepräsident und Gemeindeschreiber. Ob er einer grünen Partei zugehörig ist, blieb ein Geheimnis.
Ein Wald mit Bäumen, Sträuchern und Tieren, der zu keiner der umliegenden politischen Gemeinden gehört, sondern direkt dem Staat Fribourg unterstellt ist. Ein Unikum.
Die Besonderheit dieser 2 ½ Std. Wanderung (ich habe 16’607 Schritte auf dem Zähler) sind die 300–400 Jahre alten Traubeneichen*, die sich jedoch trotz ihrer stattlichen Grösse von bis zu 30 m Höhe gut tarnten. Ich sah unendlich viele Buchen, Spitz- und Bergahorne, Holunder und Vogelbeeren, viele Rot- und Weisstannen und Koniferen im oft dichten Gehölz, aber Eichen, sapperlot, sah ich sicher nicht mehr als 3 auf dieser Wanderung. Es ist mir unbekannt, wie viele die andern Grauen PantherInnen sahen … (15 Frauen und 2 Männer).
Im 14. Jh. wurde der Wald offenbar durch übermässige Holznutzung nahezu abgerodet, aber auch durch Wildschweine zerstört, so dass ca. 400 Jahre später Bern und Freiburg den Galmwald unter ihre Fittiche nahmen und zum Entgegenwirken 1713 eine grosse Anzahl Eichen pflanzten. Auch Napoleon soll seinen Senf dazu gegeben und verfügt haben, dass das Gebiet dem Kanton Fribourg zugeteilt wurde.
Eine wirklich sehr, sehr ruhige «Gemeinde», welche die Grauen Panther auf ihrer heutigen Wanderung durchquerten und niemandem begegnet sind … Nein, stimmt nicht, zwei Männer mit Hunden sind uns ausgewichen.
Übrigens hatte sich der Postautochauffeur positiv geäussert, dass die angemeldeten «Grauen Panther» so friedlich sind! Er hatte sich nichts unter den zu erwartenden Passagieren vorstellen können!
Die Galmhütte mit Bänken und Tischen mitten im Wald bot uns genügend Platz für’s Picknick, aber die Dichte der Stämme liess uns Sonnenplätze aufsuchen auf den paar grossen Steinen.
Ich lernte beim Essen neue interessante Pantherinnen kennen und war glücklich, so «jungen» Nachwuchs anzutreffen. Es ist wie beim Wald … auch hier muss «aufgeforstet» werden.
Der Galmwald, merkt Euch das, ist der geniale Ausflugsort für einen heissen Sommertag!! Danke, Christiane und Jean-Pierre, für diese gute Idee!
*Aus Wikipedia:
Die Traubeneiche:
Die Traubeneiche wächst als sommergrüner Baum, der Wuchshöhen von 25 bis 30 (selten bis zu 40) Metern und Stammdurchmesser bis über 2 Meter, selten bis über 2,5 Meter erreicht. Durch ihre kräftige Pfahlwurzel ist sie äusserst sturmfest. Wie die Stieleiche bildet die Traubeneiche Johannistriebe. Ihr Höchstalter liegt bei 800 bis 1000 Jahren.
Zum Abschluss hat Dorothea Trachsel folgende Verhaltensregeln der Tiere und einzigen Waldbewohner vorgelesen:
Neue Waldordnung
• Alle Tiere haben vor dem Nestbau eine Baugenehmigung einzuholen
• Schnecken ohne Häuser müssen sich in den ausgewiesenen FKK-Bereichen aufhalten oder sich entsprechend bedecken
• Frösche haben sich an die Lärmschutzrichtlinien und die Nachtruhe zu halten
• Zugvögel müssen einen gültigen Reisepass vorzeigen
• Für Weinbergschnecken gilt die 1-Promille-Grenze
• Kothaufen sind selbstständig vom Verursacher zu entsorgen
• Wölfe ernähren sich ab sofort vegetarisch
• Kuckucke müssen Unterhalt zahlen
• Alle Tiere mit Stacheln benötigen einen Waffenschein
• Laubbäume müssen ihre abgefallenen Blätter in der nächsten Biomülltonne entsorgen