Bericht: Barbara Leuenberger, Hans Steiger, Sylvia Den, Trudi Kummer, Bilder: Krystyna Akrman
Unser Abenteuer begann mit der Kofferaufgabe am Freitag vor der Wanderwoche. Nach einer längeren Diskussion mit dem zuständigen Mitarbeiter – weil der SBB-interne Infofluss nicht geklappt hatte – wurde unser Gepäck ruck-zuck etikettiert und abgefertigt.
Am Montag war es dann soweit: Wir 28 Panther machten uns via Domodossola und Centovalli auf nach Locarno, wo wir auch gleich die erste Tour unter die Füsse nahmen: Auf verschiedenen Routen wanderten wir dem unteren Teil der Maggia entlang, durch das wunderschöne Dörfchen Avegno und bis zum Grotto «Mai Morire», wo wir uns beim Begrüssungsapéro zuprosteten und mit Bergen von Trockenfleisch verwöhnt wurden. Gegen Abend bezogen wir unsere Zimmer im City Hotel. Unser Check-in wurde von einem prächtigen Tiger-Kater überwacht, der sich in seiner ganzen Länge auf seinem Stammplatz auf dem Sofa bei der Réception ausgebreitet hatte.
Nach dem Nachtessen flanierten einige auf der Piazza oder dem Lido entlang und liessen den Tag ausklingen.
Thema am Dienstag war das Maggiatal. Bummler und 1* spazierten am Vormittag dem See und der Mündung der Maggia entlang in Richtung Solduno und erkundeten Locarno am Nachmittag auf eigene Faust.
Die 2‑ und 3*-Wanderer lernten ein ganz besonderes Seitental der Maggia kennen. – Hier der Bericht von Barbara Leuenberger:
Das Postauto brachte uns auf einer längeren, abwechslungsreichen Fahrt durch das Maggiatal – teilweise kurvenreich, aber landschaftlich eindrücklich. Unser Ziel: das Val Lavizzara. In Mogno erwartete uns schon die erste Sehenswürdigkeit, die von Mario Botta 1990 errichtete Kirche. Ein äusserst eindrücklicher Bau. Die ursprüngliche Kirche wurde im April 1986 durch eine Lawine zerstört.
Bei schönstem Wetter wanderten wir anschliessend auf einem gut begehbaren Weg durch den Wald bis nach Fusio. Nach der Besichtigung des charmanten Tessiner Dörfchens wurden wir auf einer Terrasse mit herrlicher Aussicht mit einem kulinarischen Highlight verwöhnt: Polenta mit Steinpilzen – einfach richtig fein. Ein Teil der Gruppe wanderte von Fusio zurück nach Mogno und fuhr danach mit dem Bus nach Locarno.
Die übrigen Panther stiegen weiter bis zum Stausee «Lago del Sambuco». Die Aussicht über das Val Lavizzara war beeindruckend – zugleich jedoch bedrückend zu sehen, dass der Stausee nur rund halb so viel Wasser führt wie noch im Vorjahr. Auf dem Rückweg machten wir noch einmal Halt in der Botta-Kirche in Mogno. Diesmal bei ganz anderen Lichtverhältnissen – ein weiterer, äusserst eindrücklicher Moment.
Ein rundum gelungener Tag: wunderschöne Wanderung, abwechslungsreiche Eindrücke und ausgezeichnetes Essen in einer faszinierenden Region. Dem Leiterteam ein grosses Merci für die Organisation und Durchführung!
Am Mittwoch waren alle Gruppen im Verzascatal unterwegs. Gemeinsames Ziel unserer Sternwanderung war der «Albergo Diffuso» in Corippo, wo wir uns zum Mittagessen treffen wollten. Die Bummelgruppe hatte einen gemütlichen Tag mit einer Fahrt mit dem Postauto bis Corippo, Bivio und einem Spaziergang das Strässchen hoch.
Die 3*-Wanderer waren sportlich unterwegs und nahmen den Weg von Mergoscia aus unter die Füsse, wobei besonders der Abstieg und der anschliessende Aufstieg kurz vor dem Ziel einigen ganz schön zusetzte. Eine besonders taffe Gruppe wanderte nach dem Mittagessen noch weiter bis zur berühmten Bogenbrücke in Lavertezzo, wo ein Gewitter niederging. Anstelle des geplanten Bads in der Verzasca gabs eine Dusche von oben.
Die 2*-Wanderung führte von San Bartolomeo – Corippo. Hier der Bericht von Trudi Kummer:
In San Bartolomeo im Verzascatal steigen wir aus dem Bus und besuchen kurz die sehr antike Kirche (13. Jh.), die von ein paar alten Steinhäusern umgeben ist. Dann verlassen wir den kleinen Ort und gelangen auf schmalem, altem Saumpfad in wilde Natur. Die Stöcke helfen uns gut, steil hinauf über Felstritte oder steil hinab sicher zu gehen. Krystyna schreitet ruhig voran, immer auch mit dem Blick im Rückspiegel. Da sieht sie plötzlich, dass eine von uns erschöpft ist und nicht mehr weiter kann. Sie braucht eine Pause und Krystynas ganz enge Begleitung. Nach kurzem Herumstehen gehe ich ohne viel Überlegen voran, setze wohlbedacht in ruhigem Tempo Fuss vor Fuss, mal steil abwärts, dann wieder einen Bogen aufwärts, immer sehr abschüssigem Gelände entlang. Hinter mir kommt ebenso ruhig und achtsam der grössere Teil der Gruppe. Besorgt fragen wir uns, wie es unserer Kameradin geht. Ein paar Mal höre ich hinter mir sagen: «Das ist aber nicht nur eine Zweistern-Wanderung!» – halb murrend und doch auch stolz, dass wir so etwas trotzdem schaffen. Und wir schaffen es, verlassen die grüne, urtümliche Welt und erreichen die Hauptstrasse. Und o Glück: Da sehen wir Krystyna mit unserer Kameradin anrücken, und gar nicht so langsam! Wir sind erleichtert, und das erst recht, als ein Autofahrer auf Anfrage bereit ist, sie zum Restaurant Corippo hochzufahren. Auf sanftem Weg wandern wir auch hoch zur Osteria, wo wir auf die anderen Gruppen treffen und von zwei fröhlichen, flinken jungen Frauen bedient werden. Im Zentrum der Mahlzeit: ein feiner tessinerischer Risotto. Viele von unserer Zweistern-Gruppe wandern danach nicht noch weiter hinauf, sondern sanft hinunter zur Postautostation und bewundern nochmals den Stausee und den untersten Teil des Verzascatals durchs Busfenster, stolz und zufrieden. Danke vielmals, liebe Krystyna für deine umsichtige Leitung und Begleitung!
Am Donnerstag sind die Wanderungen in 3 Anforderungsgruppen aufgeteilt. Die 3*- Gruppe fährt ins Onsernonetal, zur Alpe Salei und nach Spruga. Die 2*- Gruppe fährt mit der Seilbahn nach Cardada und wandert auf die Cimetta. Bummel und 1* fahren mit dem Schiff auf die Brissago-Insel und nach Ascona.
Hier der Bericht von Bummel und 1*-Gruppe von Hans Steiger:
Vom Hotel aus gehen wir (15 Personen) zur Schiffsstation Locarno. Nach einer üblichen Wartezeit und dem Abwehren von allfälligen anderen Dränglern können wir als Erste einsteigen und gehen zielstrebig auf das offene Oberdeck, wo wir genügend Plätze finden. Die Fahrt geht bei schönstem Sonnenschein nach San Nazzaro und via Ascona auf die Brissago-Inseln. Die Brissago-Inseln im Lago Maggiore blicken auf eine bewegte Geschichte zurück, die von klösterlichem Ursprung, exzentrischen Persönlichkeiten und der Entstehung eines weltberühmten botanischen Gartens geprägt ist. Wir machen uns einzeln oder in kleinen Gruppen auf den Rundgang. Die verschiedenartigen Bäume und Sträucher, Blüten und Blumen, sind sehr vielfältig und eindrücklich. Die Pflanzen haben offenbar zum Teil unter der extremen Sommerhitze etwas gelitten. Nach einer Einkehr im Restaurant machen wir uns auf zur Schiffsstation. Das Schiff fährt uns nun rüber nach Ascona zu unserem 2. Aufenthaltsziel. Dort angekommen machen wir uns auf die Suche nach einer schattigen Terrasse, wo wir genügend Platz haben und etwas zum Essen bekommen. Die Suche ist bald erfolgreich und wir können an zwei Tischen gemütlich Platz nehmen und uns verköstigen lassen.
Anschliessend ist man frei zum Bummel am See Quai entlang und in das pittoreske Städtchen mit seinen verschiedenartigen Boutiquen und Bars oder Restaurants. Nach einem Schlusstrunk machen wir uns auf den Weg, um mit dem Bus Nr. 1 wieder zurück nach Locarno und zu unserem Hotel zu gelangen. Ein schöner und gemütlicher Tag, neigt sich zu Ende.
….. Und bereits ist Freitag, der Tag unserer Abreise. Hier der Bericht von Hans Steiger:
Heute ist die Rückreise angesagt. Um 9.00 Uhr müssen wir die gepackten Koffer bei der Reception deponieren. Anschliessend oder schon vorher ist das Frühstück an der Reihe. Da wir uns erst um 11.30 Uhr am Bahnhof besammeln, haben wir noch genügend Zeit, um das Zimmer zu räumen und die Karte abzugeben. Anschliessend machen die meisten noch einen Bummel durch die Stadt oder dem See entlang. Einige wenige verbleiben noch in Locarno oder setzen die Reise selbstständig fort. Nach einer Schlusseinkehr treffen wir uns auf dem Perron und suchen unsere Plätze. Der erste Reiseabschnitt führt nach Bellinzona, wo wir umsteigen in den Zug, der durch den Gotthardtunnel und via Arth Goldau nach Luzern fährt. In Luzern steigen wir noch in den Zug nach Bern um, das wir um ca. 15.00 Uhr erreichen. Nun können wir unsere Koffer, die mit einem Lkw von Locarno nach Bern transportiert wurden, in Empfang nehmen. Wieder einmal zeigt sich, dass das Reisen und Umsteigen ohne Koffer für uns sehr angenehm ist. Nach der Verabschiedung machen wir uns auf den Heimweg, halt mit Koffer.
Beim Organisationsteam Sylvia, Ruedi, Krystyna und Heinz bedanken wir uns herzlich für die gute Organisation, für das Wetter und die unfallfreie Durchführung. Wir freuen uns schon auf die nächste Ferien-Wanderwoche 2027.