Bericht und Bilder: Christiane Bracher
Unsere Gastgeberin in Kerzers war minutiös vorbereitet: Apéro, Menuplanung, Rezepte, bereits abgewogene Zutaten, sogar für das Anschreiben der Tagesgläser mit unseren Namen lag alles Material parat. Wir sechs erwartungsvollen Gäste mussten aber zuerst einmal das einzigartige Haus von Hannina erkunden und bewundern. Treppe hoch zum Salon, Treppe weiter hoch zur Küche, zwei Treppen runter und um die Ecke zum Atelier/Essraum. Wo gings nur schon wieder zum WC? Und wohnt hier nicht irgendwo noch der Enkel? In mitten vieler Kunstobjekte, Erinnerungsstücke und ausgesuchter Möbel wohnt Hannina so einmalig, wie wir sie auch als Person wahrnehmen.
Dieser Ausflug in die Raumatmosphäre musste sein, nun aber zum Kochen.
Das umfangreiche Menu versprach genügend Arbeit für alle. Dessert zuerst – das musste kalt werden. Wer macht den Kuchenteig? Wer die Füllung? Muss ja alles noch gebacken werden. Die Tomaten und Pfirsiche für die Suppe mussten geschält werden, ja, auch die Pfirsiche, und gerieben, nicht geschnitten. Für die Kartoffel-Tofu-Tätschli war leider im Dorf nur 1 Packung Seidentofu erhältlich gewesen, also war etwas Kompromissbereitschaft nötig, gewöhnlichen Tofu einzusetzen. Demjenigen der Gäste, der noch nie Tofu gegessen hatte – ja, das gibt’s – war’s wurscht.
Als wir dann alle hungrig am Tisch sassen – ihr wisst schon: runter Treppe 1, um die Ecke, runter Treppe 2, ach das Auberginen-Mousse ..… — war die Suppe wunderbar gekühlt, der Salat angemacht, die Tätschli knusprig gebraten, das Dessert fest geworden, ein kühler Rosé eingeschenkt und der abgekühlte Kuchen stand parat auf dem Buffet. Wir alle haben es verdient genossen.
Danke, liebe Hannina, für den kurzweiligen Tag, wir haben uns bei dir sehr willkommen gefühlt.
