Bericht und Bilder: Yolande Burnod
Mmh – meine Motivation, Stans zu besuchen, war das Mittagessen im Culinarium Alpinum – abgesehen davon, dass ich auch vorher noch nie in Stans war. Dass auch noch eine abwechslungsreiche Reise dazu gehörte – wie eine Dampfschifffahrt von Luzern nach Stansstad – wunderbar. Nicht alle hatten einen Schattenplatz im Schiff, und so schauten sich einige von uns im Schiff drinnen um. Tja, 1. Klasse wäre schon noch toll. Und tatsächlich, wir durften im wunderbaren 1. Klass-Saal im Parterre (siehe Bilder) etwas trinken. Eine kleine Wanderung von Stansstad zum Bahnhof (gut signalisiert) war auch dabei und dann natürlich die von Pia sorgfältig vorbereitete Besichtigung von Stans (mehr Details siehe weiter unten).
Im Culinarium sassen wir an drei langen Tischen. Zuerst ein kleiner Salat (Salatsauce wurde nachgeliefert…), eine kleine Tasse kalte Suppe (Zucchetti – ich fand: mit zu vielen verschiedenen Gewürzen). Ich genoss die Vegi-Variante (Zucchetti und Auberginen frittiert mit Kräuterpesto und Gemüsesalat). Gebratener Fisch (Balchen) mit Linsen (und Kefen) – eine spezielle Variante… oder Hacktätschli mit mariniertem Gemüse oder Quarkgnocchi mit Stanser Schafkäse, Aprikosen und Baumnüssen sowie Ragout vom Gitzi, mit Polenta und Gemüse standen zur Auswahl. Es werden regionale (und vorzugsweise biologische) Produzenten berücksichtigt.
Ein sehr gut gelungener Ausflug! Herzlichen Dank an Pia Kronenberg für die Organisation.
Besichtigung von Stans:
Stans ist ein «Flecken» – eine Siedlung, die grösser als ein Dorf ist und oft Marktrechte oder andere städtische Privilegien besitzt, aber keine volle Stadtmauer. Die Nidwaldner Hauptgemeinde Stans wurde im Jahr 1172 erstmals urkundlich erwähnt.
Im Jahr 1713 brannte der ganze Kern des Dorfes mit Rathaus, 63 Wohnhäusern sowie 16 Speichern und Ställen ab. Von da an durfte nur noch in Stein gebaut werden. Wir begegneten dem Breitenhaus (franz. Palais-Stil), einem originellen Riegelbau, dem ehemaligen Salzmagazin (1700/1701), der Stanserhorn-Bahn, die 1893 als Standseilbahn konstruiert wurde. Die zweite Sektion ist seit 2012 die weltweit erste Cabrio-Gondelbahn (offenes Oberdeck). Auf 1900 m hat man eine herrliche Rundsicht. Das GA ist gültig.
Das älteste Haus «Waltersbergli» stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist aus Holz. Es hat viele schöne Gebäude, viele davon sind Restaurants in Stans (31 gemäss der Liste auf dem von Pia erhaltenen Dorfplan). Zu erwähnen wäre auch der Brunnen, welcher die Statuen «der Tod und das Mädchen» zeigt (Bild). Mathius Claudius (1740–1815) schrieb zum Thema Tod ein kurzes Gedicht.
Nach dem Essen besuchten wir noch die katholische Kirche St. Peter und Paul (erbaut 1641-1647) – wie immer reich ausgeschmückt (weisse Stuckierung, Pfeiler und Altäre aus schwarzem Marmor). Schön war die kleine Muttergotteskapelle, die sich unter dem nordöstlichen Seitenschiff befindet.
Bekannte Namen:
Bruder Klaus vermittelte 1481 im letzten Augenblick zwischen den, über die Verteilung der Burgunderbeute und die Aufnahme von Freiburg und Solothurn in den Bund, heillos zerstrittenen Eidgenossen.
Dann ist noch das Winkelried-Denkmal zu erwähnen. Arnold Winkelried ist vor allem durch seinen angeblich heldenhaften Opfertod in der Schlacht von Sempach am 9. Juli 1386 bekannt. Und Stans feiert dies jedes Jahr mit einem Dorffest.
1798: Heinrich Pestalozzi betreute in einem Frauenkloster Nidwaldner Waisen. Im «Stanser Brief» sind seine Unterrichtsmethoden festgehalten.
Nina Christen (geb. 1994) Sportschützin und Olympiasiegerin
Vom Kapuzinerkloster (erbaut 1583/1584) zum Culinarium Alpinum: Die Pest wütete in Nidwalden und die an verschiedenen Orten residierenden Kapuziner kümmern sich um die Pestkranken. 1778 erhielten die Kapuziner von der Regierung den Auftrag, ein Gymnasium einzurichten, 1883 wurde neben dem Kloster ein Gymnasialgebäude mit Internat als Konvikt gebaut und 1988 übernimmt der Kanton das Gymnasium. Im 2004 wird der Konvent des Klosters aufgelöst, die Kapuziner verlassen Stans und die Klosteranlage. Verschiedene andere Nutzungen scheitern. Das Culinarium Alpinum eröffnete im 2020.