Bericht und Fotos: Daniel Megert
Diese um zwei Wochen verschobene 1-Stern-Wanderung konnte nun bei frühlingshaften Temperaturen, stahlblauem Himmel und atemraubender Fernsicht durchgeführt werden.
Im Startcafé «Da Vinci» stärkten wir uns bei Kaffee und frischen Gipfeli vom Beck.
Elisabeth begrüsste die 20 Teilnehmer und gab einen spannenden Überblick über die historischen Begebenheiten, die uns auf der Tour erwarteten.
Die Schönheit der Landschaft, vorbei an etlichen prunkvollen Bauten – Gutshöfen, Schlösser und Kapellen, in einsterniger, gemächlicher Gangart, begleitete die Graue Pantherschar den ganzen frühlingshaft sonnigen Tag. Die Umgebung von Fribourg bietet unsagbar Interessantes. Schon kurz ausserhalb des Stadtkerns, erwarten uns abwechslungsreiche Wanderwege, historische Patrizieranwesen sowie herrliche Ausblicke auf die Berner und Freiburger Alpenkette bis hin zu den Jurahöhen vom Chasseral fast bis zum Genfersee.
Nach gut einer Stunde erreichten wir im Wald unseren Picknickplatz: eine idyllische Feuerstelle mit grossem Holztisch und Bänken. Gestärkt von mitgebrachten Köstlichkeiten und angeregten Gesprächen über Gott, die abwesenden Panther und die Welt, setzten wir die Wanderung fort.
In St. Wolfgang besuchten wir die kleine, stimmungsvolle Kapelle mit ihrem beeindruckenden historischen Interieur und einem Beichtstuhl. Heinz bot sich spontan als Beichtvater an – doch niemand wollte die einmalige Gelegenheit trotz zugesicherter Wahrung des Beichtgeheimnisses nutzen. Schade – ich hätte die deftigen Details hier, anonym versteht sich, dem geneigten Panthervolk ganz diskret zugetragen…
Weiter ging es über Wiesen und Felder Richtung Schloss Balliswil, einem weiteren, von den zahlreichen landschaftlichen Höhepunkten. Ab da in einer Allee hinunter zur Grenze Bern – Fribourg. Da überquerten wir das imposante Grandfey Viadukt – unten die Fussgänger, oben die Züge von der Deutschen in die Westschweiz. Das Viadukt an der Bahnlinie von Bern nach Freiburg gehört zu den grössten Brücken der Schweiz, Sie wurde von 1858 bis 1862 gebaut und ist 334 m lang und 82 m hoch.
Eine kleine Anekdote am Rande: Einige erinnerten sich noch an die Zeit, als die Züge mit Plumpsklos ausgestattet waren. Man blickte direkt auf die Schienen – und Dorothea fragte schmunzelnd, wie sich die Fussgänger damals wohl unter dem Schienennetz über die Brücke gewagt hätten.
Kurze Zeit später erreichten wir unser Ziel, die legendäre Auberge aux 4 Vents. Elisabeth hatte dieses von Res Balzli neu erbaute und renovierte Bijou, Hotel und Restaurant, mit einer ausfahrbaren ins Freie führenden Badewanne, für unserem Abschlusstrunk auserkoren. Draussen im aussergewöhnlichen Park genossen wir bei Dessert und Getränken das warme Frühlingswetter und liessen die eindrückliche Wanderung noch einmal Revue passieren.
Auf dem Weg zur Haltestelle Fribourg/Poya bestaunten wir u.a. das markante Zedernpaar in der Parkanlage. Einer der beiden rund 300-jährigen Bäume wurde vor etwa 50 Jahren vom Blitz getroffen. Der Schaden wurde nach damaligem Wissensstand der Baumpflege zahnchirurgisch behandelt.
Unser herzlichster Dank gilt dem Wanderleiterpaar Elisabeth und Dorothea, die mit grossem Engagement und viel Liebe zum Detail die Grauen Panther durch diese wunderbare, geschichtsträchtige Landschaft geführt haben.
«Les absents ont toujours tort» seinen daran erinnert, was sie verpasst haben, kommt nicht zurück!