Bericht:
Margrit Berger

Fotos:
Margrit Berger

Winterwandern Lenk: Auf den Spuren der Engländer

Die Engländer waren es, die dem Wintersport an der Lenk zum Durchbruch verhalfen, wie sie auch andernorts prägenden Einfluss hatten. Nebst den vielen Briten, verbrachte auch Feldmarschall Viscount Montgomery of Alamein, der Oberkommandierende der alliierten Streitkräfte im 2. Weltkrieg, mehrmals Winterferien an der Lenk. Ebenfalls eingegangen in die Geschichte ist das Jahr 1663, als an der Lenk die Pest wütete; diese Seuche trat dort letztmals im Jahr 1752 auf. Im 19. Jh. zwang die schlechte Wirtschaftslage zahlreiche Familien zur Auswanderung in die USA. Erst im Jahre 1902, mit der Eröffnung der Spiez-Erlenbach-Zweisimmen-Bahn, begann der wirtschaftliche Aufschwung.
Strahlender Sonnenschein begrüsst die grosse Anzahl der wanderlustigen Panther im Januar, und da es über 30 Personen sind, gibt’s zwei separat marschierende Gruppen. Der Weg zum Startkaffee führt durchs schmucke Dorf, vorbei an der kleinen Kirche. Das 1505 errichtete Gotteshaus wurde 1878 durch den Dorfbrand zerstört, 1881 ersetzt und 1950 neu erbaut. Auch das halbe Dorf wurde damals ein Raub der Flammen, doch gottlob gab’s keine Verletzten.

Die Temperatur zeigt sich frühlingshaft, Tiefschneestapfen ist Wunschdenken. Beim Start ist die Schneedecke noch dürftig, doch bis zum Ziel bei den Simmenfällen wird’s stets winterlicher, und der Schnee knirscht unter den Schuhen. Über den sonnigen Talgrund wandernd, bestaunen wir das Alpenpanorama, dominiert von Oberlaubhorn und Wildstrubel, mit 3243 m.ü.M. der höchste Punkt auf dem Gemeindegebiet, ziehen am linken Ufer des Lenkerseelis vorbei und folgen dem Lauf der Simme, die bei den Siebenbrünnen entspringt. Bei angeregten Gesprächen ist das einladende Restaurant Simmenfälle nach zwei Stunden erreicht, wo einheimische und währschafte Speisen angeboten werden; also: „zuegriffe gilt“! Per Postauto geht’s zurück Richtung Bahnhof, und reich an schönen Erinnerungen verlassen wir die höchstgelegene Gemeinde im Simmental. Ein herzliches Dankeschön den umsichtigen Verantwortlichen Ruedi Hösli, Dorothea Trachsel, Yolanda Zahler und Jean-Jacques Schultheiss. Wir freuen uns auf die kommenden, verheissungsvollen Wanderungen!

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