Bericht:
Trudi Kummer

Fotos:
Margrit Berger, Ursula Hürzeler

Und es geht doch… auf nach Aeschi!

Das Wanderleiterpaar Sylvia Den/Ruedi Hösli wollte sich und uns nach den neusten Coronaverordnungen nicht die Winterwanderungen nehmen lassen. Deshalb haben sie in Absprache mit Heinz Schweizer folgende Regelung für die nähere Wanderzukunft festgelegt: Total höchstens 10 Personen, Anreise individuell, Wandern in zwei 5er-Gruppen, dazwischen 20 Meter Abstand.
Und so stehen jetzt am 20 Januar unsere heutigen Begleiter Heinz und Jean-Pierre vor uns auf dem grossen Post-Platz in Aeschi. Frei nach Gottfried Kellers Novelle spricht Heinz: „Ihr seid unsere 7 Aufrechten heute!“ und verkündet strahlend eine Überraschung: Wir können uns beim Take Away vom Hotel Niesen Kaffee und Gipfeli besorgen. Was für ein Luxus in der Zeit geschlossener Restaurants! Danach fahren wir die Stöcke aus und montieren die Iseli, sprich den Gleitschutz, jedes ein anderes Modell und nicht alle gleich gut; bald warten wir, weil so ein Ding abgerutscht ist und gesucht werden muss. Der Himmel ist mit zartem Grau überzogen, mit der grossen Schneelandschaft zusammen ergibt das ein helles Licht. Eine wünscht sich doch noch etwas Blau. Aber wir sind zufrieden, in der Natur zu sein und schauen vom Aeschi-Rücken in die Weite, hinaus ins Frutigland und in die Berge. Heinz stellt uns seine guten Bekannten vor: das Morgenberghorn, den Dreispitz und die andern, bis er nah vor uns bei der Niesenpyramide landet. Der Weg steigt an, der Anführer fragt oft, ob’s gehe mit dem Tempo und warnt besorgt vor Eisglätte. So gut begleitet können wir die Wanderung geniessen und nach vielen abgesagten Events endlich mal wieder zusammen plaudern, witzeln, lachen. Dass man gut auch in eigener Regie wandern kann, zeigen uns zwei unterwegs angetroffene andere Pantherinnen. Um die Mittagszeit kommen wir zur Terrasse mit dem Häuschen der zwei umtriebigen einheimischen Bäuerinnen. Es gibt Croque Monsieur, knuspriges Flammbrot mit Crème Fraîche, Zwiebeln, Speck drauf, riesige Nussgipfel. Und dann das Kafi fertig, das uns erst so recht fertig dünkt, wenn es ein Spitzdach von Schlagrahm drauf hat und jetzt Huskafi heisst. Heinz hat dieses Take Away am Sonntag beim letzten Rekognosziergang entdeckt. Geöffnet sonst am Wochenende, aber dank seiner Überzeugungskunst kommen wir nun in Genuss dieser Köstlichkeiten, und den beiden Wirtinnen macht es auch sichtlich Spass mit uns. Der nächste Höhepunkt ist ganz besonders: Die grosse Sicht von der anderen Seite des Rückens auf den See und drüber zu Niederhorn, Sigriswilergrat, der Hügellandschaft davor und bis hinab nach Thun und weiter. Gut gelaunt gehen wir abwärts, und als sich die Runde in Aeschi schliesst, machen sich drei von uns auf die Heimfahrt. Wir andern wandern nach Hondrich hinab. Dort müssten wir lange aufs Postauto warten. Eine geniale Idee lässt uns nochmals den Aufwärts-Kurs nehmen, wir fahren zurück über Aeschi zur Wendeschlaufe Aeschiried und dann definitiv hinab nach Spiez. Auch das noch mal ein Höhepunkt: Das erwünschte Himmels-Blau nun mit Sonnenschein, der Verlauf unserer Wanderung nochmals in strahlendem Licht, der See nicht mehr wie eine Quecksilberfläche, sondern als klarer Spiegel, die Landschaft ein Bilderbuch vor unseren Poschifenstern.
Heinz und Jean-Pierre, ihr habt uns mit diesem Wandertag ein wunderschönes, nachklingendes Erlebnis ermöglicht. Herzlichen Dank!

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