Bericht: Daniela Togniali

Fotos: Hansueli Fasnacht

Toni Vescoli: Ein Idol unserer Jugend

Als letzter Gast der diesjährigen Vortragsreihe besuchte uns im April Toni Vescoli. Der Musiker kommt mit seiner Gitarre auf die Jardin-Bühne und singt in Mundart ein Lied über die topfitten neuen Alten, die nicht zu halten sind. Nach dem Applaus wird er von Jean-Luc Moreau herzlich begrüsst.

Interviews gebe er meistens spontan, das wirke viel persönlicher und stressfrei, sagt Toni Vescoli zu Beginn. Tatsächlich sitzt er auch entspannt da, und es sieht so aus, als fühle er sich wirklich wohl in unserer Mitte. Er erzählt uns seine bewegte Lebensgeschichte. Kurz nach seiner Geburt am im Juli 1942 wanderte die Familie (er hat noch 3 ältere Geschwister) nach Peru aus. Der Anfang im fremden Land war alles andere als angenehm. Bald ging’s aber bergauf (vom Armenviertel in die Villa!). Nach 3 Jahren die Rückkehr in die Schweiz: ein Kulturschock. In der Schule wurde er seines italienischen Namens wegen als „Tschingg“ bezeichnet.

Die Musik hatte er schon früh im Kopf. Freddy Quinn begeisterte ihn wegen seinen Seemannsliedern, später dann Johnny Cash und endlich Elvis. Von seiner Schwester bekam Toni Vescoli seine erste Gitarre; er nahm Stunden und konnte sich bald eine neue leisten. Rock’n Roll spielte er nur im Geheimen, weil sein Vater diese Musik gar nicht liebte und stets gegen die Profi-Musikkarriere seines Sohnes war. Dafür gab er ihm Disziplin und Durchhaltevermögen mit. Toni gründete seine eigene Band „Les Sauterelles“, mit der er auch nach 55 Jahren noch Konzerte gibt.

Wie Johnny Cash hat Toni Vescoli im Gefängnis Konzerte gegeben bis er realisierte, dass die Insassen stärker an der Fernsehübertragung eines Fussballmatches interessiert waren.

Von Jean-Luc Moreau nach den Folgen des Woodstock Festivals gefragt, nach den vielen dort aufgetretenen Musikern, die anschliessend jung gestorben oder von der Bühne verschwunden seien, meint Toni Vescoli, in diesem Milieu hätten viele Alkohol und Drogen konsumiert. Einige hätten zum Glück gemerkt, wann sie damit aufhören mussten, andere leider nicht.

Heute nimmt der Musiker seine Alben im Heimstudio auf und ist als selbständig Erwerbender frei in der Gestaltung seiner Arbeit. Diese war immer auch sein Hobby. Ein Privileg! Für ihn gibt’s deshalb keine Pensionierung, keine Altersgrenze. Es wird für ihn schwierig sein, wenn er einmal wirklich aufhören muss.

Wir verbrachten eine angenehme und unterhaltsame Stunde. Toni Vescolis Erzählungen versetzten uns in unsere Jugend mit dem damals vorherrschenden Musikstil zurück und weckten viele Erinnerungen. Zum Abschluss sang er noch „Mache was i will“, quasi sein persönliches Lebensmotto.

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