21. Juni 2017

Bericht: Trudi Kummer

Fotos: Margrit Berger

**-Rundwanderung Moosalp oberhalb Visp am 21. Juni 2017

Eine technische Störung an der Bahnanlage irgendwo an der „Direttissima“ nach Visp verschaffte uns die schöne Bahnfahrt auf der alten Strecke bis Brig, wir fuhren die Südrampe und konnten das Rhonetal, die steilen Hänge mit den Dörfchen und ihren Kirchen, die Seitentäler und die Schneeberge dahinter in Ruhe betrachten, und unsere Bergsteiger sahen, welche Orte jetzt aper sind und doch früher um diese Zeit noch viel Schnee hatten. Dank Handykontakten mit SBB/BLS wussten Jean-Pierre und Yolanda immer genau, wann es wo weiterging, und so kamen wir mit einer Stunde Verspätung zum Kaffee auf der Moosalp an – aber was macht das schon aus am längsten Tag!

Wir wanderten dann auf wunderschönen Wegen, gepolstert mit Tannennadeln, durch eine Gegend, die wie ein riesiger Park anmutete mit Blumenwiesen und Arven- und Lärchenwald, zeitweise begleiteten uns leise glucksende Quellbächlein neben dem Weg. Alpenrosen, leuchtende Enziane, Ankebälli und Wollgräser weckten unsere Bewunderung. Es wurden auch zwei Männertreu gesichtet (die meine Walliserfreunde jeweils nüchtern Lugi-Meie nennen…). Der Bonigersee ist fast trocken und mit viel Schilf stark verlandet. Hingegen der Breitmattensee zeigte uns seinen klaren Spiegel, Grün in Grün unter blauem Himmel. Auf dem Stand, dem grossartigen höchsten Punkt unserer Tour, sahen wir rundum in die Weite und die Bergsteiger suchten und fanden im Kopf oder auf der Tafel die Namen der Berge.
Bald mussten wir weiter, denn unsere Leitung trug neben dem Rucksack auch noch die Verantwortung für die Zeitplanung auf dem Buckel und musste dem Restaurant auf der Bürchneralp melden, wann man dort Gerstensuppe und Walliserplättli definitiv bereitstellen konnte.

Vier Frauen hatten sich aber fürs Picknick gemeldet, und so sassen wir 4 im kühlen Schatten einer grossen Arve, genossen den Nadelduft und das erfrischende Lüftchen und assen unser Sandwich.

Im Laufe des Tages hatte sich noch ein weiteres Ziel des Ausflugs herausgeschält: DIE Cremeschnitte, zu haben beim Kaffee am Endpunkt wieder auf der Moosalp. Ihr strebte man nach dem Zmittag ziemlich eilig zu.

Wir von der Sandwich-Fraktion hatten eine schwere Entscheidung zu treffen: jetzt doch auch schlemmen gehen oder in der Natur bleiben? Die Chudermannli der verblühten Anemonen und die Waldesluft gewannen. Als Margrit noch ein Knabenkraut und die allerletzte gelbstrahlende Schwefelanemone entdeckte, war das unser Dessert.

Auf der Heimfahrt habe ich aus schreiberischen Gründen Fakten zu der geheimnisvollen Cremeschnitte gesammelt: Soo lang war sie, soo breit und eine ganze Fingerspanne dick, mit gaanz leichtem Blätterteig – mille feuilles eben- und wunderbarer Vanillecreme, eigentlich unbeschreiblich, einmalig, einfach himmlisch. Da kam ich schon ein bisschen ins Grübeln.

Wieder unten im Tal, hat uns der Poschi-Chauffeur im klimatisierten Bus sachte vorbereitet: „Hier in Visp ist es jetzt 33°, oben war’s etwa 23°“. Und dann schlug uns beim Aussteigen die astronomische Hitzewelle entgegen.

Es war nun klar, dass die Bahnstörung behoben war und wir direkt von Visp durch den langen Tunnel heimfahren konnten.
Jean-Pierre und Yolanda, ihr habt für uns eine wunderschöne Wanderung im Hochmoor ausgesucht und uns mit Geduld durch diesen Tag geleitet, euer Amt ist nicht immer leicht. Euch gebührt unser herzlicher Dank.

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