Bericht:
Ursula Hürzeler

Fünf Fragen zur Zukunft

Natürlich gehört es zu einem Jubiläum, auf das Erreichte zurückzuschauen. Und da gibt es bei den Grauen Panthern Bern ja viel Erfreuliches zu entdecken! Unser Verein ist vielfältig und stark – schon ein Blick ins Programm belegt das eindrücklich. Trotz der Pandemie bleiben wir dran und wollen noch besser werden! Deshalb haben wir einige Mitglieder gefragt, was sie sich zum 30. Geburtstag von den Panthern wünschen. Hier ihre Antworten:

 

Was muss bei den Grauen Panthern Bern unbedingt erhalten bleiben?*

Ruedi Hösli, früherer Präsident und Ehrenmitglied: Graue Panther Bern ist ein lebendiger, farbiger und lebensfroher Verein, um ältere Menschen miteinander zu vernetzen. Er bietet ein vielfältiges Programm zu bezahlbaren Preisen. Sehr viele Mitglieder engagieren sich aktiv, um die Selbsthilfe und Solidarität zu fördern. Aktuelle und zukünftige Altersfragen werden diskutiert. Mitglieder von Graue Panther Bern engagieren sich in verschiedenen alterspolitischen Gremien. Dies alles ist aus meiner Sicht der Vereinszweck und muss unbedingt erhalten bleiben.

Hansueli/Ursula Fasnacht: Erhalten bleiben der Stil und die Art und Weise des Vereins. Insbesondere die Kollegialität und der persönliche Kontakt.

Susanna Zimmermann: Ich finde das Angebot der GPB umfassend und vielfältig. Auch der „Sprung“ gefällt mir sehr gut. Zunächst musste ich mich etwas daran gewöhnen, dass am Anfang des Heftes die Berichte über die Veranstaltungen kommen und die künftigen Termine erst danach. Aber jetzt ist das kein Problem mehr.

 

Was können wir verbessern oder ausbauen?

Ruedi: Moderne Kommunikationstechnologien könnten vermehrt eingesetzt werden. Der Verein könnte kleine, informelle Netzwerke initiieren, wie zum Beispiel Gruppenchats von Mitgliedern mit gleichen Interessen (Jassen, Wandern, Kultur, Politik, etc.). Ich könnte mir für Veranstaltungen auch Pushnachrichten auf dem Handy vorstellen.

Hansueli/Ursula: Die Corona-Situation zeigt, dass Anpassungen und Veränderungen nötig sind. Es ist anzunehmen, dass die Einschränkungen des Lockdown auch 2021, ja sogar 2022 andauern werden. Die bisherigen Aktivitäten der GP – basierend auf persönlichen Kontakten und Gruppentreffen – sollten auch durch andere, coronagerechte Angebote ergänzt werden.

Susanna: Ich wünsche mir als 88Jährige ohne Internet, dass man sich bei allen Anlässen auch schriftlich anmelden kann. Das Zeitfenster für die telefonischen Anrufe ist mir manchmal zu klein..

 

Sollen wir als Verein vermehrt in der Öffentlichkeit auftreten?

Ruedi: Graue Panther Bern ist bisher ein Geheimtipp. Viele Neumitglieder werden durch Pantherinnen angeworben. Mit einer dreissigjährigen Erfolgsgeschichte und einer hohen Mitgliederzahl darf der Verein selbstbewusst in der Öffentlichkeit auftreten. Vereinsaktivitäten könnten in lokalen Medien vermehrt publik gemacht werden.

Hansueli/Ursula: Eher Nein. Der Verein würde so zu einer politischen Grösse im Links-Rechts-Schema und würde sich vom Vereinszweck entfernen

Susanna: Die Grauen Panther müssen nicht stärker in die Öffentlichkeit drängen – Pro Senectute ist schon sehr präsent und hat dafür auch mehr Mittel.

 

Mein persönlicher Wunsch an den Vorstand

Ruedi: Ich danke den Vorstandsmitgliedern herzlich für ihren tollen Einsatz, für das ansprechende Programm und auch für die kreativen Lösungen während der Coronapandemie. Ich hoffe, dass es dem Vorstand gelingt, weiterhin genügend Chargierte für unseren Verein zu begeistern.

Hansueli/Ursula: Neue Aktivitätenfelder sind zu “erschliessen”. Zoom- oder andere elektronische “Treffen” sind einzubeziehen. Auch der Entwicklung der elektronischen Medien sollte Rechnung getragen werden. Wie wär’s einmal mit einer Vortragsreihe über diese Themen? Die Senioren können sich dieser Entwicklung nicht verschliessen. Immerhin haben wir im März an der Urne über eine E-ID entschieden.

Susanna: Bleibt so positiv und zuversichtlich gestimmt, gerade auch jetzt, da es durch all die Einschränkungen schwierig ist, unser Programm durchzuziehen.

 

*Soweit die Antworten auf Fragen, die der frühere Sprung-Redaktor Richard Lindegger übrigens genau so bereits vor 5 Jahren zum 25. Jubiläum an einige Panther-Mitglieder gestellt hatte. Die Anregungen werden sicher Stoff für Diskussionen geben.
Und wenn Ihr wissen möchtet, was damals Susy Balsiger, Ruedi Rytz und Charles Hirschi gesagt haben – hier ein paar Stichworte: der Verein sei gut unterwegs, meinten sie, vielfältig, aber „es gab eine Zeit lang zu viele Besichtigungen von Altersheimen“. Als Wunsch regten die drei Befragten an, das Angebot an GA-Ausflügen auszubauen und mehr Engagement in die Werbung neuer Mitglieder zu stecken. Dabei, so die Empfehlung, könne allenfalls eine farbige, peppigere Ausgabe des „Sprungs“ helfen…

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