Bericht: Marianne Mantel

Fotos: Marianne Mantel, Historisches Museum

Frauen ins Haus… ins Bundeshaus! Geschichten und Zahlen

Die Ausstellung zu 50 Jahre Frauenstimmrecht im Historischen Museum ist spannend – besonders für unsere Generation! Es werden automatisch viele Erinnerungen wach und man vergleicht unweigerlich, wo man in jenen Jahren selber stand und wie diese ganzen Fragen unser Leben beeinflusst haben oder eben auch nicht. Ausser einem einzigen Mann (toll, Peter!) waren es ausschliesslich Frauen, die an dieser Veranstaltung im September teilnahmen. Das Fundament der Ausstellung ist die Geschichte des Frauenstimmrechts. Das wir ja erst seit 1971 kennen: es brauchte über 80 Abstimmungen bis zum „Ziel“. Der 1. Vorstoss erfolgte schon 1886 (!) und 1928 fand eine grosse Demonstration auf dem Bundesplatz statt, welche gegen das träge Tempo protestierte, wobei niemand ahnte, dass es noch 63 Jahre dauern sollte. 1971 war es soweit, und auf Gemeindeebene erhielten als letzte 1991 auch die Appenzell Innerrhoderinnen das Stimmrecht zugesprochen. Ein sehr interessanter Teil der Ausstellung befasst sich mit den ersten Bundesrätinnen, Ständerätinnen und Nationalrätinnen. Es werden Videos gezeigt mit aussagekräftigen Kurzinterviews von heute noch lebenden Vertreterinnen. Denn es dauerte noch bis 1984 bis Elisabeth Kopp zur ersten Bundesrätin gewählt und schon 1989 mit einem verabscheuenswürdigen Politmanöver zum Rücktritt gebracht wurde. Auch die Wahl von Bundesrätin Ruth Dreyfuss 1993 erzeugte eine Riesenabwehr und politisches Ränkespiel. Anstatt Christiane Brunner wurde doch tatsächlich der viel schwächere Kandidat Francis Matthey gewählt, der sich angesichts der Stimmung in der Nationalversammlung Bedenkzeit ausbedingen musste. Vor dem Bundeshaus hatten sich tausende Frauen und auch tausend

Männer versammelt. Es führte sogar so weit, dass am Abend – als nur noch ein paar Frauen als Mahnwache vor dem Bundeshaus standen -, diese von einem grossen Polizeiaufgebot mit Tränengas vertrieben wurden. Schliesslich wurde dann Ruth Dreyfuss aufgestellt und gewählt. Aber erst, nachdem Francis Matthey Nichtannahme der Wahl erklärt hatte und Christiane Brunner zugunsten von Frau Dreyfuss zurücktreten war. Mittlerweile sind wichtige Gesetze wie das Eherecht angepasst oder wie die Mutterschaftsversicherung endlich eingeführt worden, und auch die Genderforschung hat heute zum Glück Fahrt aufgenommen, Bei neuen Entwicklungen, sei es nun Design, Medikamente, Architektur, Forschung usw. muss immer wieder festgestellt werden, dass Mann und Frau verschieden sind und beide das Recht auf Mitbestimmung haben.

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