Bericht: Trudi Kummer

Fotos: Züsi Widmer, Ursula Rausser

Doktor Tripp Trapp macht’s leichter

Das Zertifikat bringt’s, werden wir doch am Portal vom Träffer einzeln persönlich begrüsst! Wir, das sind gut 70 Personen, etwa 2/3 Pantherleute und 1/3 Frauen und Männer von Collegium 60plus. Wir kommen zur ersten Co-Produktion der Reihe „Humor trotz(t) Alter“. Panther-Anteil ist die Organisation der ReferentINNEN und 60+ steuert den anschliessenden Gesprächskurs bei. Wir werden kollektiv nochmals herzlich begrüsst, und er steht schon ruhig bereit: Traumdoktor Tripp Trapp, Joseffo Olivero. Vor uns lässt er seinen Blick hinauf ins Unendliche schweben und fasst uns dann gütig ins Auge – mein Eindruck ist: persönlich. Alles ohne Worte. Wir sind bereit. Nun gibt er – von der Stiftung Theodora angestellt als Humordoktor – Einblick in sein Wirken an Spitalbetten von Kindern. Auf jedes Kind geht er einzeln ein, bei einem ist es das „Nichtstun“, sich einstimmen auf seinen Atem, dieses Ein- und Ausatmen ruhiger werden lassen bis zum Einschlafen. Ein anderes bekommt Ablenkung, damit seine Vene abgetastet und die Infusion gesteckt werden kann. Da hilft ein Cornet, das Seifenpläterli steigen lässt, die der Humordoktor schmatzend und schleckend schnappt: «Glace!». Ein überraschter Lacher erleichtert alles. Durch das Switchen zwischen Referat und Tricklein sind wir selber die faszinierten Kinder, auch als ein rotes Tüchlein wie ein Falter flattert oder ein kleiner Ventilator ein pralles leuchtendrotes Ballonherzchen schweben lässt. Er gibt es in die Runde und ein paar von uns balancieren es elegant. Ungeschickt ist nur das Zurückgeben, als der Rotor das Herzchen mit einem Knall platzen macht, was dann den zutiefst erschrockenen Clown schreien und rücklings auf die Fensterbank purzeln lässt! Stellt sich die Frage nach der obligaten roten Nase. Joseffo Olivero setzt darauf, authentisch zu sein, die rote Pilotenkappe sei quasi seine Clownnase. Zentral ist ihm Empathie, sich in die Stimmung einfühlen. Zu einem Kind, seit 14 Tagen im Koma, hat er mit behutsamer Stimme gesprochen, dann leicht gesungen, Rhythmisches gespielt auf der winzigen Gitarre. Es ist auch für den Traumdoktor berührend, dass das Kind danach aufgewacht ist. Ebenso, als er einem Frühchen im Brutkasten mit feiner Stimme gesummt und gesungen hat und die angespannte, sorgenvolle Mutter loslassen und in Tränen ausbrechen konnte. Zum Abschied von uns stimmt er das zarte Liebesliedchen an „Du fragsch mi, wär i bi“ und summt weiter, bis wir einstimmen… Nach der Pause sind wir noch etwa 30 Personen. Die Kursleiterin Ursula Naef tritt vor mit Flipchart, Filzstiften und Klebzetteln. Jedes der 6 geplanten Humorreferate vertritt eine Sparte (Politsatire, Cartoons etc.). Ursulas Konzept strukturiert das Clownthema durch Fragen und lässt uns in Grüppchen einem der Themen nachgehen, beispielsweise: – Was muss ein Clown können? – Der Narr ist Spötter der Realität, so auch Dr. Tripp Trapp? – Kinder können in eine magische Welt abdriften, aber wären Traumdoktoren in Altersheimen und Sterbehospizen sinnvoll? Unsere Gruppe befasst sich mit der Sprache des Clowns, mit seinen Ausdrucksmitteln. So lassen wir das heute Erfahrene nochmals aufleben. Mir fällt auf, dass die Leute von 60+ nicht fixfertige Antworten liefern, sondern oft auf neue Fragestellungen kommen, die das Thema bereichern. Es ist wohl nicht ihr erster Kurs mit Ursula Naef… Zum Schluss sei allen Beteiligten für diesen anregenden Nachmittag herzlich gedankt!

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