Bericht: Ursula Torres, Laurence Kofmehl

Fotos: Yolande Burnod

Besuch des Lac Souterrain St. Léonard

Noch recht kühl, grau und regnerisch ist es, als wir uns am Donnerstag in der Früh auf der Schützenmatte einfinden, um uns gut gelaunt auf die Reise zum grössten unterirdischen See Europas zu begeben. Herr Dysli, unser erfahrener Fahrer steht an der Tür des Cars und zählt seine heutigen Gäste – über zwanzig – um schliesslich vollständig und pünktlich abfahren zu können. Über die Autobahn, via Thun-Spiez fahren wir durchs Simmental nach Gstaad, wo wir unseren ersten Halt im Restaurant Bernerhof einschalten. Mit Kaffee und Gipfeli stärken wir uns für die Weiterfahrt über den Col du Pillon. Wunderschöne, zwar teilweise durch Wolken und Nebelschwaden bedeckte Berge ziehen an uns vorbei; später entdecken wir den Gipfel des Glacier 3000 und manch eines unter uns erinnert sich an eine Gondelfahrt auf den Berg oder nimmt sich vor, diesen Gipfel auch noch «schwebend» zu erklimmen. Wir fahren bereits durch das Val d’Hérens, als bizarre 10-15 m hohe Gesteinsformationen mit «Hüten» auf deren Spitzen vor uns auftauchen: die Erdpyramiden von Euseigne – ein Naturphänomen, welches durch jahrhundertelange Ero-
sionsprozesse entstanden ist – beeindruckend! Zur Mittagszeit erreichen wir das malerische, blumengeschmückte Walliser Dorf Evolène, wo wir im Restaurant La Paix/La Grange, einem zum Carnotzet umgebauten Walliser Stadel aus dem 18. Jahrhundert köstlich verpflegt werden. Am «Raclette»-Tisch geht es munter zu und her – schliesslich ist der unisono ausgewählte Gomser Weisswein aus der Gegend. Am «Fleischtisch», wo das Menü rot – Eintopf mit Fleisch vom Eringer Rind – gekostet wird, ist es etwas stiller; denn das Zerschneiden des Fleisches verlangt die volle Aufmerksamkeit der Hungrigen. Und endlich geht’s weiter Richtung St. Léonard, unserem Tageshighlight, das wir nach der Rückfahrt durchs Val d’Hérens erreichen. Am Ziel angelangt führt uns ein kurzer Fussmarsch zum Höhleneingang. Gespannt steigen wir die Treppen hinunter zum See, wo das Boot für unsere Rundfahrt bereitsteht. Was sich da vor unseren Augen ausbreitet! Man kann sich der Faszination dieser Naturschönheit und der Stille nicht entziehen. Der See wird von drei Felsen umgeben: die Nordwand besteht aus schwarzem Schiefer, während die Südwand aus Marmor, dem Stein von St-Léonard besteht. Diese beiden Felsen sind vollkommen wasserdicht und halten das seitliche Wasser im Inneren der Höhle zurück. In der Mitte oberhalb befindet sich der Gipsstein, der mit der Zeit porös und wasserlöslich geworden ist und durch den immer noch aktiven Erosionsprozess die Bildung des unterirdischen Sees ermöglicht hat. Noch ganz benommen von der «unterirdischen Welt» steigen wir wieder ans Tageslicht hinaus. Inzwischen hat sich die Sonne durch die Wolken gekämpft, und nach einem stärkenden Zvieritrank treten wir unsere Heimreise an. Da wir unseren Gedanken und Eindrücken nachhängen, breitet sich bald eine wohlige Stille im Bus aus, nur noch Herr Dysli unterbricht diese ab und zu mit seinen geographischen Angaben bis wir gegen 19 Uhr wieder in Bern eintreffen. Es war ein wundervoller Tag, den wir mit vielen neuen Eindrücken beenden. Unser Dank gilt insbesondere Marianne Mantel, unserem Carfahrer Herr Dysli und allen Teilnehmenden, welche durch ihre gute Laune und dem Zusammensein zu diesem unvergesslichen Tag das ihre beigetragen haben.

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