Bericht:
Ruth Sager

Fotos:
Ursula Rausser

Besichtigung Kloster Wesemlin und Bibliothek, Luzern

Bei schönstem Spätherbstwetter machten wir uns auf die Reise nach Luzern zum Kloster Wesemlin, wo uns Bruder Walter Ludin begrüsste. Nach einer kurzen Kaffeepause übergab er uns an Dr. phil. Christian Schweizer, den Provinzarchivar der Kapuziner. Er ist für alle Bibliotheken der Kapuziner in der Schweiz zuständig.

Zuerst vernahmen wir etwas zur Geschichte. Das Kloster wurde 1584 gegründet, nachdem der Ratsherr Kaspar Pfyffer den Kapuzinern ein Grundstück auf dem Wesemlin (kleine Wiese) geschenkt hatte. Erstellt wurde ein schlichter Bau, ganz nach dem Motto der Kapuziner: Gelebte Armut. Die Kapuziner folgen dem Vorbild von Franz von Assisi und sind eine Reformbruderschaft der Franziskaner. Heute leben in der Schweiz noch 90 Kapuziner, davon 15 in Luzern. Vor ungefähr 40 Jahren waren es in der Schweiz noch 800 Brüder. Der Kapuzinerorden untersteht direkt dem Papst. Bis 1870 war die Nuntiatur in Luzern, daher sind in der Bibliothek Gemälde aller Nuntien zu sehen. Nach einem längeren politischen Hin und Her wurde die Nuntiatur dann nach Bern verlegt.

Sehr interessant war die Erklärung des Zentralkatalogs. In unzähligen kleinen Schubladen befinden sich tausende Karteikarten, je mit dem Namen des Autors und dem Titel seines Buches. Darauf vermerkt ist zudem, in welcher Klosterbibliothek das Buch zu suchen ist. Das Kloster besitzt die Schriften der Reformatoren sowie Übersetzungen des Korans, aber auch Bibeln in arabischer Schrift. Ab 1992 wurde dieser ganze Zentralkatalog digitalisiert, dies noch bevor die Landesbibliothek in Bern so weit war!

 

Im wunderschönen, schlichten Büchersaal mit seiner einzigartigen Gewölbedecke durften wir uns einige ausgewählte Bücher ansehen, darunter eine Bibel von 1473. Dabei haben wir auch erfahren, wieso man sagt: ein Buch aufschlagen. Diese alten Bücher wurden auf der Schnittseite mit zwei Metallhaken verschlossen. Um diese zu öffnen, musste man mehr oder weniger kräftig auf den Buchdeckel schlagen, eben aufschlagen!

 

Am Nachmittag führte uns Bruder Walter Ludin durch das Kloster. In der Kirche bewunderten wir unter anderem das hölzerne Brüstungsrelief der Empore, das die Stifterfamilie mit ihren Kindern zeigt, wobei die damals schon verstorbenen Kinder mit einem Kreuz gekennzeichnet wurden. Auch den Gebetsraum der Brüder und einen Meditationsraum durften wir besichtigen. Bruder Walter Ludin zeigte uns verschiedene wunderbare Kelche und Messgewänder. Immer wieder untermauerte er seine Erzählungen mit eigenen Geschichten, die er im Laufe seiner Tätigkeit erlebt hat, was unseren Besuch zusätzlich bereicherte.

Zum Schluss ging es dann in den Klostergarten, in dem neuerdings auch Familiengärten und eine Pro Specie Rara Ecke geplant sind. Vom Gärtner erfuhren wir bei dieser Gelegenheit, wie die «Kapuzinerli» zu ihrem Namen kamen. Die Blüte der Kapuzinerkresse hat hinten einen Sporn, der wie eine Kapuze an der Kutte der Kapuziner aussieht!

Unseren beiden Führern ganz herzlichen Dank für diesen interessanten Tag. Wir hätten wohl noch stundenlang zuhören können.

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