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„Alter ohne Gewalt“: Ein Weckruf

„Alter ohne Gewalt“ – So lautete an der Uni Fribourg der Titel der 1. Fachtagung der „Unabhängige Beratungsstelle Alter“ UBA Zürich und von „Alter ego“. Bis heute sind Misshandlungen und Gewalt an älteren Menschen in unserer Gesellschaft ein Tabu. Dabei sind allein in der Schweiz ca. 300‘300 Menschen betroffen.

Zehn Referent*innen nahmen Stellung zu diesem Thema, schilderten konkrete Beispiele (https://www.derbund.ch/sonntagszeitung/senioren-bei-pflege-misshandelt/story/25047860) aus ihrer Praxis, stellten Hilfeleistungen ihrer Institutionen vor und beschrieben, wie sie mit verwandten Organisationen vernetzt arbeiten.
Die Gründe, weshalb ältere Menschen oft Misshandlungen und Gewalt erleiden, sind mannigfältig, z. B. Überlastung der pflegenden Person, Zeitmangel, Überforderung, Geringschätzung. Diese Übergriffe finden zu 80 % im häuslichen Bereich statt. Die zu pflegenden Personen erleiden psychische, physische, finanzielle, aber auch medikamentöse (Ruhigstellen) Gewalt.
Oft können sich die misshandelten Personen niemandem anvertrauen: sie fühlen sich von der pflegenden Person abhängig, haben Hemmungen, sich zu wehren und gar eine Anzeige zu erstatten, sie haben Angst vor der Einsamkeit und vor dem Verlassenwerden.
Schwierig ist die Situation aber auch für die Angehörigen: häufig müssen sie die Pflegerolle unfreiwillig übernehmen. Sie sind dafür nicht ausgebildet und stossen daher mitunter an ihre Grenzen. Vor allem, wenn sie noch berufstätig sind. 6 von 10 älteren Pflegebedürftigen werden von Angehörigen betreut. Alte, gebrechliche und/oder demente Menschen benötigen anspruchsvolle Hilfe und Pflege. Deshalb ist es sinnvoll und für alle hilfreich, professionelle Unterstützung beizuziehen.
Jährlich werden 80 Millionen Betreuungsstunden von Verwandten geleistet, berichtet der Leiter „Entlastung“ des Schweizerischen SRK.
„Alte Menschen leisten, und das ist wichtig, weitaus am meisten Unterstützung! Nicht nur an gebrechlichen Verwandten und Freunden! Sie hüten Enkel und kommen heute in die Pflicht mit Dienstleistungen für die 4. Generation. Sie erbringen volkswirtschaftliche Leistungen in Milliardenhöhe. Der Generationenvertrag ist Geben und Nehmen zwischen Jung und Alt, zunehmend auch intergenerationell, zwischen alten Menschen und dem 4. Lebensalter“, so Monika Stocker.
Somit ist die Frage: „ Was kosten ältere Menschen“ falsch. Richtig ist: „Was haben sie geleistet?“: sagt Dr. Markus Leser (Curaviva). Und: „Alter ist keine Krankheit, sondern eine Lebensphase“.

Anlaufstellen: UBA (unabhängige Beratungsstelle Alter) 0848 00 13 13
info@uba.ch, www.uba.ch, www.aneluege.ch

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